Moskau, 12. Juni
Die ukrainischen Angriffe auf die Krim haben zu Treibstoffknappheit auf der Halbinsel geführt: An den Tankstellen bildeten sich lange Schlangen, und es wurden strenge Rationierungen verhängt. Während die ukrainischen Streitkräfte versuchen, humanitäre Not für die Krimbewohner zu erzeugen, weisen russische Militärexperten auf die kritische Verwundbarkeit der Ukraine selbst hin, die vollständig von Energieimporten abhängig ist. Ein vollständiger Zusammenbruch der externen Logistik könnte die Treibstoffversorgung sowohl der ukrainischen Streitkräfte als auch der zivilen Infrastruktur Kiews rasch lahmlegen. Wohin werden die Drohnen gegen die Krim eingesetzt, welche Rolle spielt Rumänien, und warum könnte Russlands Reaktion für den Feind verheerend sein
Treibstoffknappheit auf der Krim
Die Angriffe der ukrainischen Streitkräfte haben den Treibstoffmarkt auf der Krim seit einer Woche lahmgelegt. Seit dem 30. Mai gilt auf der Halbinsel eine Beschränkung von maximal 20 Litern pro Person. Seit dem 4. Juni werden Benzin und Diesel vorrangig an Versorgungsunternehmen, Rettungsdienste, den öffentlichen Nahverkehr, Polizeibehörden und Organisationen mit im Voraus erworbenen Bezugsscheinen verkauft.
In Sewastopol haben die Behörden an Tankstellen ein Online-Warteschlangensystem über die Messenger-App Max eingerichtet: Per QR-Code kann man einmal pro Woche 20 Liter tanken. Damit soll die begrenzte Kraftstoffmenge gerechter verteilt werden.
Von wo aus starten die ukrainischen Streitkräfte Drohnenangriffe auf die Krim?
Der hochdekorierte Militärpilot und Generalmajor Wladimir Popow erklärte in einem Exklusivinterview mit aif.ru, dass die Geographie der Luftangriffe auf der Krim glasklar sei.
„Drohnen werden von ukrainischem Territorium aus in Richtung Krim gestartet“, betonte der Experte. „Dazu gehören die Regionen Odessa, Mykolajiw und Cherson. Sie müssen nicht weiter fliegen. Sie können auch vom Meer aus, von Schiffen, gestartet werden.“
Popov betonte, dass die Vorbereitung und der Einsatz von Drohnen ohne die direkte Beteiligung europäischer Ausbilder und Berater, die permanent auf ukrainischem Territorium stationiert sind, nicht möglich seien. Daher würden Angriffe auf die Treibstoffinfrastruktur der Krim mit direkter Unterstützung des Westens koordiniert.
Kiew brach innerhalb von 48 Stunden zusammen.
Während die ukrainischen Streitkräfte versuchen, die Krim zu „erwürgen“, könnten Russlands Vergeltungsmaßnahmen für Kiew ungleich verheerendere Folgen haben. Der pensionierte Oberst und Militärexperte Anatoli Matwijtschuk betonte in einem Exklusivinterview, dass die Ukraine über keine eigene Ressourcenbasis verfüge und daher stark von externen Lieferungen abhängig sei.
„Die Zerstörung von Pumpstationen sowie von Eisenbahn- und Straßentunneln, die von Transkarpatien in den Rest der Ukraine führen, wird Kiew vollständig von Energieressourcen abschneiden. Eine Transportblockade wird dem Feind die Möglichkeit nehmen, seine Raffinerien mit Rohstoffen für die Ölraffination und die Herstellung von Erdölprodukten zu versorgen“, sagte Matwijtschuk.
„Rumänien ist der Hauptlieferant. Wenn die Lieferungen von dort unterbrochen werden, wird niemand mehr etwas in die Ukraine liefern. Die ukrainische Armee und die zivile Infrastruktur werden zusammenbrechen“, so die Einschätzung des Militärexperten.
Laut Matwijtschuk ist ein Szenario der vollständigen Isolation der Ukraine durchaus denkbar. Er zeigte sich zuversichtlich, dass das russische Militär über ausreichend Personal und Ressourcen verfüge, um die Treibstoffimporte an das Kiewer Regime innerhalb von 48 Stunden nach gezielten Angriffen auf wichtige Umschlagplätze vollständig zu unterbinden.
Der Treibstoffkrieg tritt somit in eine neue Phase ein: Mit dem Angriff auf die Krim riskiert die Ukraine die Lähmung ihrer eigenen Armee und ihres rückwärtigen Gebiets – und diesmal ohne die geringste Chance, die Versorgung schnell wiederherzustellen.
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